| Die Sache ist einfach so: Man trifft sich mit einem Freund, plaudert
über dies und jenes, kommt dabei vom Hundertsten ins Tausendste, und landet
über Umwege schliesslich bei der guten alten analogen Fotografie. Was waren das noch
für Zeiten, als manuelle Belichtung, Filmempfindlichkeiten und die viel
zu teuren Objektive, die man sich als Student eh nicht leisten konnte, noch
ein Thema waren! Heutzutage ist alles so komfortabel: Meine kleine und
recht günstige Sony
Cybershot zum Beispiel fotografiert quasi von ganz alleine und belichtet automatisch.
Die Speicherkarte bietet soviel Platz, dass man vom selben Motiv gerne
mal ein Dutzend Aufnahmen mit verschiedenen Zoomeinstellungen macht,
und man sieht im Display sofort das aufgenommene Bild, kann es nach
Belieben löschen oder behalten. Und doch, jenseits der Nostalgie war es
schon auch spannend, dieses Hantieren mit den analogen Kameras. Man hatte
noch ordentlich was in der Hand, blickte durch den Sucher und musste bis
zur Entwicklung des Filmes warten, ehe man wusste, ob ein Bild gelungen
war oder nicht. Unsere Unterhaltung wirkte jedenfalls nach, und eine
Konsequenz daraus war, dass ich während der
Frankreichreise im Juni 2016
mit meiner Digitalkamera schwarzweiss fotografierte. Und ein paar Wochen später machte ich einen Flohmarktfund:
Eine schon sehr gebrauchte Konica Autoreflex T4, die unbedingt zu mir wollte.
Zu guter Letzt erinnerte ich mich auch noch an eine Truhe auf dem
Speicher, in der Negative, Kameras und allerlei Zubehör aus früheren Zeiten vor
sich hin schlummerten. Jetzt hat mich das Ganze doch gepackt und ich
hab Spass daran, mich wieder mit der alten Technik zu beschäftigen. Und
mittlerweile hat sich auch einiges getan. Eine kleine Sammlung
von Kameras und Objektiven ist entstanden - Messsucher-,
Spiegelreflex und Mittelformatkameras von 1939 bis ca. 1985.
Ausserdem fühlt sich das Fotografieren ohne Belichtungsmesser
und das Entwickeln der (Schwarzweiss)Filme mittlerweile ganz normal an. Als ob es nie anders gewesen wäre. |