Let the good times roll…voll das Klischee also. Will heissen: Einfach mal wieder ein paar Tage mit mir alleine unterwegs sein. Mal wieder in den alten Jagdgründen wildern, die alten Reviere abgrasen. Mal wieder nach dem Rechten sehen. Mal wieder mit dem Liegerad reisen. Das zieht bei mir immer. Der Blick braucht nur auf den guten alten Diercke und / oder den antiken BIKELINE-Radwanderführer "Donauradweg, Teil 1: Donaueschingen - Passau" von Anno 1992 zu fallen (beide liegen eh immer in Reichweite herum) und schon beginne ich zu träumen. Doch diesmal stelle ich mit Erstaunen fest: Früher war das alles viel einfacher. Mit dem Alter scheine ich kompliziert zu werden. So arbeite ich im Laufe der Zeit gut ein halbes Dutzend verschiedene Routen aus, von denen eine jede mich von Zürich aus nach Norden oder Nordosten führen und in einem Bogen wieder nach Hause bringen würde. Sonderbare Ellipsen auf der Landkarte sind das, komisch verformt und eingedellt und bei jedem neuen Routenentwurf hab ich nach einigem Grübeln wieder was auszusetzen. Hier passt mir eine Steigung nicht, dort hat es mir zuviel Stadtverkehr und woanders würde eine landschaftlich langweilige Durststrecke auf mich warten. Ausserdem will ich jenseits oder innerhalb der alten Jagdgründe auch noch das ein oder andere neue Terrain erkunden und für mich erobern.

 

Zum Beispiel das Donaumoos östlich von Ulm, an dessen nördlichem Rand wir bei einer unserer letzten Reisen mit dem Zug entlang fuhren und über das ich unlängst eine interessante TV-Doku sah. Oder das Brenztal, besonders den unteren Flussabschnitt zur Donau hin. Irgendwann hab ich es aber dann endlich und die Route steht.

Genauso lang brauche ich auch, um mich für das Rad zu entscheiden, dass mich auf dieser Tour begleiten soll. Überflüssiges Luxusproblem, das. Der guten alten Zeiten willen wäre natürlich der Speedmachine der Vorzug zu geben. Doch das Rad ist inzwischen mit Slicks ausgestattet, von Schutzblechen und Kettenschutz entblöst und dient mir zuhause als schneller Tagestourer. Sie jetzt wieder auf Reiserad umzutakeln, dazu fehlt es mir diesmal an Muse - ich habe wohl sämtliche diesbezügliche Energie mit dem Ausarbeiten der Routen verbraucht - und deswegen entscheide ich mich für das schwarze Flux, das ja für eine Reise wie geschaffen ist.

So warte ich auf den Wonnemonat. Doch als er endlich ins Land zieht, der Mai, der ersehnte, schlägt das Wetter sonderbare Kapriolen und ich packe vorsorglich mal ein komplettes Stell Winterklamotten mit ein - Handschuhe, Wintermütze, dicke Socken und Thermounterwäsche.

 

Von Zürich nach Ramsen
Von Ramsen nach Messkirch
Von Messkirch nach Munderkingen
Von Munderkingen nach Langenau
Von Langenau nach Aalen
Von Aalen nach Nördlingen
Von Nördlingen nach Gunzenhausen
Von Gunzenhausen nach Burheim
Von Burgheim nach Lauingen
Von Lauingen nach Ehingen
Von Ehingen nach Messkirch
Von Messkirch nach Radolfzell

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