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| "Schön
waren sie, diese auf der Loire verlebten Tage, und jeder Tag schien noch
schöner zu sein als sein Vorgänger. Da waren die prächtigen
Städtebilder des Loirebeckens; Gien mit seinem festungsartigen, auf
hohen Terrassen gelagerten Schloss, Sully mit seinen mächtigen Rundbastionen,
Château-Neuf-sur-Loire und Jargeau. Schon aus weiter Ferne sahen sie
die wuchtigen Türme der Kathedrale von Orleans, und dann mussten sie
unauffällig an der ausgedehnten Flussfront der alten Stadt entlang
gleiten und besonders bei den nicht leicht zu passierenden Brücken
aufpassen. Orleans war kaum ihren Blicken entschwunden, als sie bereits
Beaugency erreichten mit seiner endlosen Pfeilerbrücke und dem seltsamen
kantigen Turm. Blau, golden und grün schimmerte der Fluss. Das bisher
steinige Ufer machte gelblich-leuchtenden Sandstreifen Platz. Grün
und kristallklar war das Wasser. Hornblowers Augen schwelgten in diesen
aufeinander abgestimmten grünen Tönungen der Weiden, der Weinberge,
der jungen Getreidefelder und der Wiesen..."
Cecil Scott Forester muss das Loiretal bereist haben, sonst hätte er wohl die abenteuerliche Flucht seines Romanhelden Horatio Hornblower aus der Gefangenschaft nicht so realistisch beschreiben können. Stelle ich mir jedenfalls mal vor. Ausserdem stelle ich mir immer wieder mal gerne vor, wie wir selber durch Frankreichs grünes Zentrum reisen. Nicht mit dem Boot, wie es in Foresters Roman geschieht (obwohl das auch seinen Reiz hätte), aber doch auch mit der eigenen Muskelkraft, nach unserer Façon auf zwei Rädern eben. Und da neben dem Loiretal noch ein paar andere Ideen und Vorstellungen mit hinein spielen, startet die diesem Bericht zugrunde liegende Unternehmung schon in Dijon, der Hauptstadt des Burgunds. Mit dabei natürlich unsere Falträder, die beiden Birdies, die sich auf den letzten drei Radreisen so gut bewährt haben. Diesen Komfort, jedweden Zug nehmen zu können, will man irgendwann einfach nicht mehr missen. Da ich schon ein paar Mal gefragt worden bin, wo man denn so in Frankreich übernachten kann, und wie wir das handhaben, werde ich diesmal auch unsere Unterkünfte bei den Tageskapiteln anführen, falls jemand auf derselben Route unterwegs ist und einen ähnlichen Reisestil pflegt. Generell ist man mit dem Logis-de-France-Handbuch gut beraten. Das kann man entweder bestellen oder schon im Web nach Unterkünften suchen. In den Hotels, die zu diesem Verband gehören, liegen diese Verzeichnisse auch gratis aus. Auf dem Routenabschnitt entlang der Loire haben wir das Unterkunftsverzeichnis des BIKELINE-Führers "Loire-Radweg" genutzt. Und so manches Juwel findet sich oft ganz zufällig und unverhofft am Wegesrand. |
Von Dijon
nach Beaune |
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