In der Nacht hört es auf zu regnen und wir können unsere klamm gewordenen Ausrüstungsgegenstände halbwegs trocken einpacken. Aber wir frohlocken zu früh: kaum sind wir unterwegs, fängt es wieder zu regnen an, und zwar recht heftig. Nach kaum fünf Kilometern stellen wir uns schon im Häuschen einer Bushaltestelle unter. Uff, da sinken Laune und Motivation! Estavayer-le-Lac ist nicht weit und dort sitzen wir erstmal patschnass in einem Café herum. Schade. Ich hab mir das Wiedersehen mit diesem netten kleinen Städtchen ganz anders vorgestellt! Nun ist es verregnet. Hm… Wir beschliessen, noch bis Yverdon durchzuhalten und uns dort ein Zimmer zu nehmen. Nach Estavayer führt der Weg immer in Ufernähe durch ein Naturschutzgebiet. Schilf. Aufwald. Unterholz. Regen. Links neben dem Weg ist "die Erde offen", das heisst, wegen Kanal- oder sonstigen Bauarbeiten wurde die Vegetation entfernt und man sieht nur lehmigen, nass-glänzenden Morast, durchzogen von Gräben, die mit braunem Wasser gefüllt sind.

 

Mir kommen auf einmal sonderbare Bilder in den Sinn: die Schützengräben im ersten Weltkrieg in Lothringen, die deutschen Soldaten und die der Allierten, all die armen Schweine, die dort im Morast dahinvegetierten und krepierten. Wahrscheinlich habe ich die TV-Bilder der letzten Zeit, die Berichte über den D-Day in der Normandie, zu stark verinnerlicht. Eigentlich will ich jetzt im Urlaub nicht solchen Gedanken nachhängen.

Immerhin hört es allmählich zu regnen auf und wir nähern uns Yverdon. Wir radeln durch die Naherholungs-Infrastruktur hindurch, haben noch ein paar Mal direkten Kontakt zum See und sind dann schon in der Stadt. Es ist kaum Mittag, als wir im selben Hotel wie vor einigen Jahren ein Zimmer bekommen und uns einen gemütlichen Nachmittag inklusive Stadtbummel gönnen.

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