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| Jetzt,
wo er von uns gegangen ist, wird es sowieso nicht mehr dasselbe sein. Das
liegt doch auf der Hand. Als wir mit den zusammengefalteten Birdies
und unseren Packtaschen in den ICE nach Fulda steigen, geht mir einer meiner
Lieblingssongs von ihm nicht mehr aus dem Kopf: "Travelling light is the only way to fly..." Klar, mit schwerem Gepäck kann man schlecht fliegen. Leicht muss alles sein, im realen wie auch im übertragenen Sinne. Wäre das nur so einfach zu erreichen, fände man ein Patentrezept dafür. Als unsere Taschen und die beiden Räder Platz gefunden haben und der Zug mit uns gen Norden durch die Oberrheinische Tiefebene braust, denke ich immer noch an J.J. Cale, den Mann aus Oklahoma mit der staubtrockenen Stimme und der entspannten Musik, die mich seit meinen Jugendjahren begleitet. Ich sehe wieder die Bilder vor mir, wie mein Onkel mit seiner Tanzkapelle "Cocaine" intonierte und mir später das "Troubadour"-Album auslieh, meine erste Begegnung mit Cales Musik. Oder die nächtlichen Autofahrten mit Vaters Ford Taunus zurück von der Disco im Nachbarsort, während "Cajun Moon" oder "Katy Kool Lady" den Soundtrack dazu lieferten. Oder wie ich im Studentenzimmer mit meiner billigen Stratocaster-Kopie zu "Downtown L.A." und "Don't Cry Sister" improvisierte. Fünfundsiebzig ist er geworden. Werden mir selber auch noch fünfundzwanzig Jahre zur Verfügung stehen? Ein Drittel meines Lebens? |
Gehe ich fünfundzwanzig
Jahre in meiner eigenen Zeitrechnung zurück, so kommt mir eine Reise
in den Sinn, die mich nachhaltig veränderte und ähnlich wie meine
erste Radreise mit
den Eltern prägte. Ich sagte damals spontan einen mit Freunden
geplanten Trip in die Toskana ab, packte Schlafsack, Isomatte, allerlei
Campingzeugs und Klamotten in meinen heiss geliebten Renault Rapid und brach
zu einer Deutschlandtour auf. Ein Strassenatlas lag aufgeschlagen auf dem
Beifahrersitz, ich fuhr der eigenen Nase nach und suchte mir immer möglichst
kleine Landsträsschen aus. Langsam arbeitete ich mich nach Norden voran,
übernachtete auf der Wasserkuppe und entdeckte am folgenden Tag auf
meinem weiteren Weg das Tal der Fulda für mich.
Für jemanden, der sein Heimatland nur von der Autobahn her kannte, es sogar als lästiges Hindernis auf dem Weg in die Feriendestination betrachtete, war es durchaus eine erstaunliche Erkenntnis, dass es auch in Deutschland Gegenden gab, die den früheren Reisezielen an Sehenswürdigkeit in nichts nachstanden. Ich rollte das Fulda- und später das Wesertal hinab, zeltete am Steinhuder Meer und später, in Schleswig Holstein, am Plöner See, unternahm ich die erste Radtour seit meiner Jugendzeit mit einem Leihrad. Seitdem "verfolgen" mich Fulda und Weser. Im Jahr 1997 führte uns dann eine unserer ersten Radreisen durch dieses Flusstal und nun ist es an der Zeit, das zu wiederholen. |
Von
Fulda nach Bad Hersfeld |
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